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24. April 2008 |

Recycling braucht Spezialisten

Die Entsorgung von Abfall war lange Zeit eine relativ einfache Angelegenheit. Mit zunehmend differenzierter Abfallbehandlung und dem verstärkten Einsatz von Technik sieht dies heute jedoch ganz anders aus: Die Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft brauchen zunehmend Spezialisten. Das sind zum Beispiel die Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, die in einer dreijährigen Ausbildung ihre Qualifikation erlangen.
Interseroh bildet aus: Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Recycling braucht Spezialisten

24.04.2008 – Die Entsorgung von Abfall war lange Zeit eine relativ einfache Angelegenheit. Mit zunehmend differenzierter Abfallbehandlung und dem verstärkten Einsatz von Technik sieht dies heute jedoch ganz anders aus: Die Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft brauchen zunehmend Spezialisten. Das sind zum Beispiel die Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, die in einer dreijährigen Ausbildung ihre Qualifikation erlangen.

Die Branche war skeptisch, als 1984 erstmals ein Berufsbild für die Entsorgungswirtschaft geschaffen wurde. Doch die Skeptiker wurden von der Entwicklung schnell überrollt. Getrennte Sammlung nach Abfallarten, Sortierung und Verwertung, neue Regeln für die Deponierung, verschärfte Anforderungen an den Umgang mit gefährlichen Abfällen und vieles mehr stellten das Personal vor Aufgaben, denen der Müllmann von einst nicht gewachsen war.

Schon 2002 verlangte die rasante Entwicklung im Umweltbereich nach einer Revision des Anforderungsprofils für die Ausbildung. „Sie sollte stärker spezialisiert sein, dabei modernste Technologien und die Fülle neuer Rechtsvorschriften aufgreifen“, erklärt Alisja Jahn vom Bildungswerk der Deutschen Entsorgungswirtschaft. Das Spektrum reicht von der Wasserversorgung über Abwassertechnik, Rohr-, Kanal- und Industrieservice bis zur Kreislauf- und Abfallwirtschaft.

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Damit nicht genug der Spezialisierung. Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft müssen ihren Schwerpunkt wählen – Sammellogistik, Verwertung oder Entsorgung. Stefan Wienke und Matthias Hoffmann, beide Mitte 20, haben sich für den Schwerpunkt Verwertung entschieden und bei dem Stahl- und Metallrecyclingunternehmen Interseroh ERC GmbH mit Sitz in Dortmund mittlerweile ihre Ausbildung mit Bravour abgeschlossen. „In diesem Industriezweig habe ich eine gesicherte berufliche Zukunft“, sagt Hoffmann, und auch Wienke ist froh über „langfristig gute Perspektiven“ in der Recyclingwirtschaft. Dazu kommt bei beiden „eine Menge Spaß“, weil sie Großaggregate und Krananlagen bedienen dürfen.

Den Spaßfaktor gönnt Betriebsleiter Uwe Brinkmeier den beiden. Aber aus Sicht des Unternehmens kommt es natürlich auf andere Dinge an: „Wir brauchen heute Mitarbeiter mit hoher Qualifikation. Solche Leute sind vielfältig einsetzbar und übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben im Betriebsablauf“, erklärt Brinkmeier. Zu diesen Aufgaben gehören etwa die Überwachung von Anlagen sowie die Einhaltung von Grenzwerten und Umweltstandards.

Matthias Hoffmann und Stefan Wienke sind die ersten Umwelt-Fachkräfte, die bei Interseroh ERC ausgebildet wurden. Uwe Brinkmeier war für ihre Ausbildung verantwortlich. „In unserem Betrieb wird vorwiegend Stahl- und Metallschrott angeliefert, aufbereitet und verladen. Um das gesamte Anforderungsspektrum der Ausbildung, beispielsweise Laboranalytik und Deponietechnik, noch besser abzudecken, arbeiten wir mit spezialisierten Kooperationspartnern in unserer Umgebung zusammen“, sagt Brinkmeier. In diesem Jahr wird Brinkmeier zwei weitere künftige Fachkräfte in die Prüfung schicken, zwei oder drei Auszubildende möchte er einstellen. Außerdem ermuntert er seine jungen Mitarbeiter, Fortbildungsmaßnahmen zu nutzen.

Auch Kerstin Sohn, Ausbilderin bei der Interseroh Metallaufbereitung Rostock GmbH (MAB), weiß um den Bedarf der Recyclingbranche an gut ausgebildeten Fachleuten. Dort steht die Ausbildung von Groß- und Außenhandelskaufleuten sowie Industriemechanikern im Vordergrund. Zehn Azubis bereiten sich derzeit bei der MAB auf ihre späteren Berufe vor, drei weitere werden in diesem Jahr eingestellt. Die jungen Leute werden sofort in die Arbeitsprozesse integriert: „Sie arbeiten an echten Aufträgen, das Lernen in der Arbeit kommt hier voll zum Tragen“, so Kerstin Sohn. Die Rolle eines modernen Ausbilders sieht sie nicht als „Unterweiser“, sondern als „Lernprozessbegleiter“. So viel Engagement wird belohnt: Ende März erhielt die MAB von der Industrie- und Handelskammer Rostock die Auszeichnung „TOP Ausbildungsbetrieb 2007“.

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