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16. November 2017 | ALBA Energiemanagement-Team – Reportage vor Ort

Eine Gemeinde treibt die Energiewende voran

In puncto Energieeffizienz liegt Trebbin deutschlandweit im Spitzenfeld – zuletzt wurde die brandenburgische Kleinstadt zur dena-Energieeffizienzkommune gekürt. Nun will die Gemeinde weitere Potenziale heben und unter anderem eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos schaffen. Doch besitzen die Stromverteiler genug Kapazität für die Ladesäulen? Und kann an öffentlichen Gebäuden der Energieverbrauch weiter reduziert werden? Mit seinen Messwerkzeugen im Gepäck ist das Energiemanagement-Team der ALBA Group vor Ort, um Antworten zu finden. recyclingnews hat den Experten über die Schulter geschaut.

Es ist ein lauer Spätsommerabend. Aus einem Transporter am Rathausplatz in Trebbin steigen zwei Mitarbeiter des ALBA Energiemanagement-Teams, schwer beladen mit Messkoffern. Vier Wochen lang werden die Instrumente im Gebäude detailliert und sekundengenau die Energieverbräuche und -spitzen aufzeichnen und Einsparpotenziale aufdecken. „Die Stadt Trebbin ist ein echter Vorreiter in puncto Energieeffizienz und macht mit der Elektromobilität ernst“, sagt Holk Schubert, Leiter des Energiemanagement-Teams.

Die über 800 Jahre alte Gemeinde südlich von Berlin zählt zu den energieeffizientesten Städten Deutschlands – 2016 wurde sie von der Deutschen Energie-Agentur dena als eine der ersten Energieeffizienzkommunen in Deutschland zertifiziert. Vorangetrieben durch den Bürgermeister, den kommunalen Klimaschutzmanager, den regionalen Energieversorger eqSTROM sowie die brandenburgische Energiequelle GmbH hat die Stadt in den vergangenen Jahren unter anderem ein Energiemanagementsystem eingeführt, kommunale Gebäude energetisch saniert und die Straßen- und Innenbeleuchtung auf LED umgerüstet. Künftig soll nun auch eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos aufgebaut und die Energieeffizienz der öffentlichen Gebäude weiter gestärkt werden.

Zehn Jahre Erfahrung: ALBA Energiemanagement-Team

Hier kommt das ALBA Energiemanagement-Team ins Spiel. In den vergangenen zehn Jahren haben die Energiemanager des Recyclingspezialisten und Rohstoffversorgers ALBA Group bereits die 260 unternehmenseigenen Standorte überprüft und optimiert. Seit fünf Jahren beraten die Experten zudem auch externe und internationale Unternehmen – darunter vor allem kleine und mittlere Unternehmen, Hotels oder Wellness-Bereiche. Doch Holk Schubert ist überzeugt, dass gerade Gemeinden eine immer wichtigere Rolle bei der Realisierung der Energiewende spielen: „Zwar sind Industrieanlagen oft die größeren Verbraucher, doch Städte haben eine entscheidende Vorbildfunktion. Wenn sie bei der Energiewende mitziehen, wirkt das wie ein Motivator für alle anderen.“

Verbräuche kennen – Verbräuche reduzieren

Doch ob kommunales Gebäude oder Industrieanlage, die Schritte der Optimierung sind stets die gleichen. Am Anfang der Arbeit des Energiemanagement-Teams steht das Schaffen von Transparenz: „Den Energieverbrauch kann man nur dann wirklich reduzieren, wenn man ihn bis ins letzte Detail kennt“, sagt Holk Schubert. So messen die Experten im historischen Rathaus und in der Schule von Trebbin die Energiewerte während der Betriebszeiten, nachts und auch an den Wochenenden. Über vier Wochen hinweg wird ein sekundengenaues Energieprofil der Gebäude erstellt. Dieses bildet die Basis, um Idealwerte für bestimmte Tage, Stunden oder auch Etagen zu bestimmen.

Anschließend visualisiert das Energiemanagement-Team die Ergebnisse – und greift auch hier auf die langjährige Erfahrung innerhalb der ALBA Group zurück. Mithilfe von Senkey-Diagrammen, Verläufen oder Tendenzen machen die Mitarbeiter ihre Messergebnisse für ihre Kunden transparent. Die Präsentation vor dem Bürgermeister von Trebbin steht zwar erst in den nächsten Wochen an. Doch eine Prognose wagt Holk Schubert schon heute: „Die Grundlasten lassen sich fast immer reduzieren. Oft liegt das größte Potenzial bei den Pumpen oder Elektroheizungen, die nachts oder an Wochenenden weiterlaufen, selbst wenn niemand im Hause ist.“

Am Ende bleibt der Faktor Mensch

Der wichtigste Hebel bei der anschließenden Optimierung heißt dementsprechend „Mensch“: Letztlich entscheide er darüber, welche Geräte an- oder ausgeschaltet, bei welchen Temperaturen Räume geheizt oder Serverräume gekühlt werden. Manchmal seien sogar nur wenige Handgriffe nötig, um dauerhaft den Energieverbrauch und folglich auch die Kosten zu senken. Nicht zuletzt deshalb bietet das Energiemanagement-Team stets Schulungsmaßnahmen im Nachgang der Messungen an.

Die Kapazität im Energienetz zu analysieren, ist nicht nur zentral für die Gemeinde, um weiter Energie und Kosten zu sparen, erklärt Schubert. Es ist auch die Voraussetzung für die geplante Installation von Elektroauto-Ladesäulen. „Gerade wenn Energiestrukturen historisch gewachsen sind, fehlt oft die Kenntnis darüber, wie viele Verbraucher an einem Transformator hängen. Dann kann es im schlimmsten Fall passieren, dass beim Anschließen eines Elektroautos sprichwörtlich die Lichter ausgehen.“ Und um das zu verhindern, will Schubert mit dem ALBA Energiemanagement-Team künftig die Auslastung der Transformatoren prüfen – und so die Gemeinde Trebbin weiter bei ihrem Weg in eine nachhaltige Zukunft unterstützen. (KR)

Verwandte Links

1. Nachhaltigkeit im Porträt: Energie sparen beginnt im Kopf
2. Mit Ökodesign zur Energiewende – die Zeit drängt
3. ALBA Group-Energiemanager: Wegbereiter der Energiewende

(Foto: babelsberger/fotolia.com)

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