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23. Mai 2018 | VDI ZRE veröffentlicht Ökodesign-Studie

Durch Produktentwicklung die Ressourceneffizienz steuern

Ökodesign ist ein wichtiger Hebel für mehr Rohstoffeffizienz – und kann dabei die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das zeigt das VDI ZRE in einer aktuellen Studie.
VDI ZRE veröffentlicht Ökodesign-Studie

Durch Produktentwicklung die Ressourceneffizienz steuern

Drei Erden. So viel bräuchte die Weltbevölkerung, um den Ressourcenbedarf langfristig zu decken, wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie Deutschland. Das hat eine Hochrechnung der Organisation „Germanwatch“ ergeben. Dringend erforderlich sind also Wege, um Rohstoffe deutlich effizienter zu nutzen als bisher. In einer aktuellen Studie zeigt das VDI Zentrum für Ressourceneffizienz (VDI ZRE), wie Ökodesign als Hebel für mehr Ressourceneffizienz genutzt werden kann. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen können demnach von der Optimierung ihrer Produkte profitieren.

Bei der Neuentwicklung von Produkten stehen Hersteller heute vor vielfältigen Herausforderungen: Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen sie innovative Technologien und Werkstoffe einsetzen, dabei wechselnde und schnelllebige Märkte berücksichtigen und nicht zuletzt die Produktentwicklungszeit und -kosten reduzieren – und zwar bei steigender Komplexität, Qualität und zunehmenden Funktionsumfang.

Demontage und Recycling einplanen

Gerade mit Blick auf diese Anforderungen halten es die Experten des VDI ZRE für entscheidend, die Ressourceneffizienz von vornherein zu berücksichtigen: „Aus systematischer Sicht sollte bereits während der Produktentwicklung festgelegt werden, inwieweit ein Produkt fertigungs-, demontage-, reparatur-, material-, funktions- oder recyclinggerecht sein wird“, so die Autoren. Ein solches zukunftsgerichtetes Vorgehen schone Rohstoffe, senke zugleich Kosten und generiere Wettbewerbsvorteile wie etwa durch das „Blaue Engel“-Label.

Insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen sehen die Experten viel Potenzial, da diese oftmals das Thema Ressourceneffizienz noch nicht in ihrer Strategie verankert haben. In seiner Kurzanalyse, die im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums erstellt wurde, gibt das VDI ZRE den Unternehmen deshalb eine Handlungshilfe an die Hand, mit der sie zentrale Aspekte der Ressourceneffizienz bei ihrer Produktneu- oder Weiterentwicklung berücksichtigen können.

Strategische Ziele formulieren

Wo sollten KMU bei der Optimierung ansetzen? Dafür benennt das VDI ZRE die vier Phasen der Produktentwicklung, die sich an die Entscheidung für ein Produkt anschließen:

  1. Klären und Präzisieren der Aufgabe
  2. Konzeptphase
  3. Entwurfsphase
  4. Ausarbeitungsphase

In jede dieser Phasen, so die Autoren, lassen sich die Kriterien der Ressourceneffizienz integrieren, wenn man konkrete Ziele formuliere. Zwei beispielhafte Ziele seien es, das Produkt modular aufzubauen oder zu 30 Prozent Sekundärrohstoffe einzusetzen. In der Entwurfsphase könne man darüber hinaus planen, die Bauteilgrößen zu minimieren oder wiederaufbereitete Bauteile zu verwenden.

Best Practice: Mehrweg-Versandsystem aus Recyclingkunststoff

Ein Beispiel für ein nach Ressourceneffizienz-Kriterien überarbeitetes Produkt ist die „memo Box“ – ein Mehrweg-Versandsystem, das die memo AG ihren Kunden für den Versand von ökologisch korrekten Büroartikeln anbietet. Die Alternative zu Pappkartons für den Warenversand trägt bereits den Blauen Engel – und besteht aus dem mehrfach prämierten Recyclingkunststoff Procyclen. Der Einsatz des hochwertigen Sekundärmaterials reduziert die Treibhausgasemissionen, die in der Produktion entstehen, um bis zu 30 Prozent. Das Material stammt aus der Innovationsschmiede von Interseroh, einer Tochter des Recyclingspezialisten ALBA Group. (KR)

Verwandte Links

1. VDI ZRE: Mehr Ressourceneffizienz durch Remanufacturing
2. Industrie 4.0 spart Ressourcen und Energie
3. Wege zur Ressourceneffizienz: Qualitätsmanagement hilft

(Foto: 279photo/fotolia.com)

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