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13. September 2017 | Abfallstudie: Hausmüllmengen in Stadt und Land

Abfallaufkommen im Kommunalvergleich: Das große Wegwerfen


Die Deutschen gelten als Weltmeister im Sammeln und Trennen von Müll. Doch Deutschland steht auch an der Spitze der Abfallverursacher – in Europa und weltweit. Billiger.de, das bekannte Portal für Preisvergleiche, hat jetzt einmal unter die Lupe genommen, in welchen deutschen Städten und Bundesländern der meiste Hausmüll anfällt und wo die Einwohner weniger Abfall produzieren, mehr Abfall trennen und somit mehr Ressourcen einsparen.

Von Aachen bis Zweibrücken, von Flensburg bis Garmisch – laut billiger.de landen in Deutschland in jeder Sekunde 89 Einwegbecher im Müll. Jahr für Jahr werden drei Milliarden Kaffeekapseln zu Abfall. Da kommt schon einiges zusammen. Insgesamt sammelten die Kommunen im Jahr 2015 pro Einwohner 455 Kilogramm Haushaltsabfälle ein; 2005 waren es noch 448 Kilogramm.

Allerdings stieg der Anteil von Wertstoffen am Hausmüll laut diesem Zeitvergleich ebenso wie der Anteil des Biomülls. Mit 147 Kilogramm je Einwohner und Jahr geht durchschnittlich rund ein Drittel des Haushaltsabfalls in den Wertstoffkreislauf, 118 Kilogramm werden als Bioabfall genutzt, die restlichen 188 Kilogramm bestehen aus Haus- und Sperrmüll. Trotz aller Bemühungen, Abfall im Haushalt zu vermeiden und getrennt zu sammeln, stellt der Hausmüll, der in grauen Restmülltonnen landet, immer noch einen beachtlichen Anteil des Abfallaufkommens.

Müllhochburgen und -vermeider

Das Team von billiger.de wollte wissen, wo Deutschlands Müllhochburgen sind und wo vergleichsweise wenig Abfall anfällt. Dabei kamen die Analysten zu dem Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen einem hohen Haus- und Sperrmüllaufkommen und der Armutsquote gibt. Das macht die Studie beispielsweise an dem Müllaufkommen in Bremerhaven fest, wo die Armutsquote mit 22 Prozent sehr hoch liegt. Mit 347 Kilogramm Restmüll pro Einwohner im Jahr 2015 ist die Stadt im Norden „Deutschlands schlimmste Müllhochburg“ – und liegt stolze 77 Prozent über dem Durchschnitt der untersuchten Kommunen (197 Kilogramm).

Was auch auffällt: Von den 127 Müllhochburgen liegen 34 in Nordrhein-Westfalen und viele davon im Ruhrgebiet. Bottrop (durchschnittlich 340 Kilogramm je Einwohner), Herne (307 Kilogramm je Einwohner), Oberhausen (306 Kilogramm je Einwohner) und Gelsenkirchen (296 Kilogramm je Einwohner) haben einen sicheren Platz in der Hitliste der großen Abfallverursacher.

Es geht aber auch anders: Mit nur 86 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner und Jahr ist der Landkreis Konstanz der Sieger im Ranking der Müllvermeider. Der Restmüll macht hier auch nur 29 Prozent des Abfallaufkommens aus. Das spricht für eine vorbildliche Mülltrennung am Bodensee.

Hamburg und Berlin sind „schwarze Schafe“

Beim Vergleich der Bundesländer und Stadtstaaten kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass in Hamburg (279 Kilogramm je Einwohner) und Berlin (247 Kilogramm je Einwohner) das Restmüllaufkommen sehr viel höher ist als etwa im südlichen „Ländle“: Die Baden-Württemberger kloppen je Einwohner und Jahr nur durchschnittlich 141 Kilogramm Restmüll in die graue Tonne.

Auch ein differenzierter Blick auf die Gesamtmüllmenge lohnt: So produziert jeder Einwohner von Baden-Baden stolze 763 Kilogramm Müll im Jahr. Davon gehen aber 383 Kilogramm in die grüne Biotonne, 153 Kilogramm landen im Restmüll. (MW)

Quelle: billiger.de, „Das große Wegwerfen – Studie über die Haushaltsabfallmengen in Deutschland im Jahr“

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(Foto: ALBA Group/Amin Akhtar)

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