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9. September 2015 |

Blue Economy – ein Schlüssel zum Erfolg

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin über die Vorzüge einer modernen Kreislaufwirtschaft.
Grußwort

Blue Economy – ein Schlüssel zum Erfolg

Von Garrelt Duin – Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen

09.09.2015 – Deutschland ist Recycling-Weltmeister. Die Recycling-Quote von 70 Prozent ist ein Pfund. Aber um Weltmeister zu bleiben, dürfen wir mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen. Nicht um des schönen Titels willen, sondern weil moderne Kreislaufwirtschaft Vorteile hat. Ökonomisch und ökologisch.

Seriöse Berechnungen sagen: Das Recycling von Abfällen in Deutschland ersetzt jährlich Rohstoff-Einfuhren im Wert von knapp 20 Milliarden Euro. Und Schätzungen der EU gehen davon aus, dass zwei Millionen Arbeitsplätze bis 2030 geschaffen werden können, wenn die Ressourcen-Produktivität um ein Drittel gesteigert wird. Diese Aussichten lohnen jede Anstrengung.

Moderne Industrie und ökologische Nachhaltigkeit widersprechen sich nicht. Nehmen wir die von Industriegegnern gern bekämpfte Chemie. In den vergangenen 20 Jahren wurden dort Ressourcen mit beträchtlichem Erfolg geschont. Seit 1990 stieg die Produktion um 58 Prozent, während der Energieeinsatz um 20 Prozent sank – und der Kohlendioxid-Ausstoß sank um die Hälfte. Gleichzeitig bauten die deutschen Chemieunternehmen ihre gute Position auf dem Weltmarkt aus. Fakt ist: Es liegt im ureigenen ökonomischen Interesse eines Unternehmens, effizient mit den Ressourcen umzugehen und ökologisch zu wirtschaften.

Wir dürfen das Kind jedoch nicht mit dem Bade ausschütten und die Industrie in dem Maße belasten, dass sie nicht überleben kann. Wir können uns eine De-Industrialisierung nicht leisten, da sie im Verbund mit produktionsnahen Dienstleistungen noch heute über die Hälfte unserer Werte schöpft. Deshalb poche ich gleichrangig auf die ökonomische, soziale und ökologische Dimension.

Ein Schlüssel zum Erfolg auf Dauer kann die Blue Economy sein. Dahinter steht ein Konzept, das die Ökosysteme schützt, neue Arbeitsplätze schafft und zu systemischen Lösungen findet. Blue Economy versteht Emissionen und Abfälle als fehlgeleitete Ressourcen. Sie propagiert eine Wirtschaftsweise, die ihre sozialen, ökonomischen und ökologischen Grundlagen stets neu reproduziert. Einfach gesagt: Der Abfall des einen Produktionsprozesses wird zum Ausgangspunkt eines anderen.

Die Blue Economy entspricht nicht dem romantischen Bild kleiner regionaler Selbstversorgergemeinschaften, in denen es nur selbstlose und gemeinwohlorientierte Unternehmen gibt. Es akzeptiert, dass unsere Wirtschaft komplex, arbeitsteilig und international verflochten ist. Mikrotechnologie bietet dabei neue Spielräume für große Ressourcen-Effizienz. Dazu gehört, dass Wirtschaft und Industrie neue Geschäftsmodelle entwerfen, in denen Dienstleistungen in den Vordergrund rücken.

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(Foto: Hojabr Riahi/Wirtschaftsministerium NRW)

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