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11. Februar 2013 |

Effiziente Wege aus der Einbahnstraße

Eine aktuelle Studie der britischen Ellen MacArthur Foundation kommt zu dem Ergebnis, dass wichtige Wirtschaftszweige wie die Ernährungs-, Bekleidungs- und Verpackungsindustrie lediglich 20 Prozent ihrer eingesetzten Rohstoffe wiederverwerten.
Recycling bietet enorme Einsparpotenziale für die Industrie

11.02.2013 – Wie viel Kreislaufwirtschaft ist ökonomisch sinnvoll? Womöglich deutlich mehr, als momentan praktiziert wird: Eine aktuelle Studie der britischen Ellen MacArthur Foundation kommt zu dem Ergebnis, dass wichtige Wirtschaftszweige wie die Ernährungs-, Bekleidungs- und Verpackungsindustrie lediglich 20 Prozent ihrer eingesetzten Rohstoffe wiederverwerten. Dabei wären flächendeckende Sammel- und Recyclingsysteme den Experten zufolge durchaus lukrativ – weltweit könnte die Wirtschaft dadurch jährlich rund eine halbe Billion Euro einsparen.

Produzieren, verkaufen, benutzen und dann wegwerfen: So sah in den vergangenen 150 Jahren der gängige Lebenszyklus von Konsumgütern aus. In ihrer Studie „Towards the Circular Economy“ bezeichnen die Experten der Ellen MacArtur Foundation dieses Konzept als „lineares Einwegmodell“. Ellen Mac Arthur, ehemalige britische Rekordseglerin, gründete die nach ihr benannte Stiftung im Jahr 2010. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, nachhaltige Zukunftsvisionen zu entwerfen, die auf Kreislaufwirtschaft basieren – eine große Herausforderung angesichts der weltweit zunehmenden Güternachfrage. Damit verbunden steigt auch der globale Verbrauch knapper Rohstoffe rasant. Die Grenzen des Wachstums nach gängigem Muster werden zusehends spürbar. Eine vielversprechende Alternative sehen die Autoren der Studie darin, Konsumgüter noch umfassender als bisher zu verwerten und im Stoffkreislauf zu halten.

Globale Märkte erfordern globale Verwertungsoptionen

Anhand der drei wichtigen Industriezweige Ernährung, Bekleidung und Verpackung führen die Experten vor, welche enormen Einsparmöglichkeiten zurzeit noch ungenutzt bleiben. Zwar werde ein Fünftel des eingesetzten Materials mit einem Marktvolumen von 3,2 Billionen US-Dollar bereits verwertet – möglich wäre jedoch eine noch größere Wertschöpfung aus dem Altmaterial von bis zu 50 Prozent.

Eine wesentliche Bedingung, um den Mehrwert zu schöpfen, ist die Abkehr vom klassischen Wegwerf-Konsum. Dazu sei es laut Studie nötig, die Sammelsysteme für Wertstoffe so weit zu verbessern, dass Sekundärmaterialien aus global gehandelten Waren möglichst an jedem Ort zurückgewonnen werden können. Großes Potenzial bescheinigen die Umwelt-Experten einem stärker an der Verwertung ausgerichteten Produktdesign – vor allem mit Blick auf Güter und ihre Verpackung. Zudem gelte es, die Aufmerksamkeit von Entscheidern in Unternehmen stärker auf den Nutzen von Kreislaufmodellen zu lenken. An bereits existierenden Lösungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft mangelt es den Autoren zufolge jedenfalls nicht.

Lernen von und mit der Recyclingbranche

Beispiel Verpackungen: Nach Ansicht der britischen Fachleute ist das Sammeln und Recyceln unterschiedlicher Wertstofffraktionen angesichts der aktuellen Rohstoffpreisentwicklung bereits heute in OECD-Ländern ein lohnenswertes Geschäft. Weil dadurch Ressourcen im Kreislauf gehalten werden, die ansonsten verschwendet wären, sind laut Studie solche Modelle schon an sich produktiver als die traditionelle Einweg-Wirtschaft.

Eine besondere Rolle spielen moderne Recycling-Technologien, die mehr als bloßes Downcycling leisten. „Das Kreislaufmodell ist darauf angewiesen, dass technische Wertstoffe in anhaltend hoher Qualität durch den Stoffkreislauf geführt werden und dass das volle Potenzial biologischer Wertstoffe effizient genutzt wird“, erklären die Autoren der Studie. „Die Recycling-Industrie spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Verluste an Materialwert gering zu halten. Dazu gehört es auch, die Produkte umfassend zu begreifen, Änderungen beim Design voranzutreiben, eng mit Herstellern zusammenzuarbeiten und innovative Lösungen zu entwickeln.“

Link zur Internetseite der Ellen MacArthur Foundation

(Foto: nito/fotolia.com)

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