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25. November 2020 | Stahl- und Metallrecycling

Smarte Schrott-Container – auf dem Weg zur Logistik 4.0

Die viel zitierte digitale Transformation – in der Schrottlogistik kommt sie oft nur schleppend voran. Anders bei der ALBA Metall Süd Franken GmbH: Die Entsorgungs- und Recyclingspezialisten haben ihren Fuhrpark mit einem Telematik-System ausgestattet, das über Bluetooth-Sender mit den einzelnen Schrott-Containern „kommuniziert“. So hat das Unternehmen jederzeit sämtliche Lieferungen im Blick. Erste Erfahrungen aus dem Pilotprojekt zeigen: Die Digitalisierung schafft mehr Sicherheit und Effizienz im gesamten Logistikmanagement.

Wer etwas bewegen will in der Schrottlogistik, braucht zunächst einmal schweres Gerät. Allein bei der ALBA Metall Süd Franken GmbH sind rund 2.000 Absetz- und Abrollcontainer sowie 30 Lkw im Dauereinsatz, um die tonnenschwere und oft sperrige Fracht von A nach B zu transportieren. Die Entsorgungsspezialisten holen anfallende Stahl- und Metallschrotte ab, bereiten das Material fachgerecht auf und liefern die begehrten Recyclingrohstoffe zur Weiterverarbeitung an die Eisen- und Stahlindustrie. „Bei einem so großen Containerbestand jederzeit den Überblick zu behalten, ist eine echte Herausforderung“, sagt Geschäftsführer Frank Ziegler. Um effizient arbeiten zu können, müsse die Disposition genau wissen, wo sich welche Container befinden, in welchem Zustand sie sind und welche Systemfahrzeuge eingesetzt werden können. „Wer da noch mit Excel-Listen oder gar Karteikarten arbeitet, stößt definitiv an seine Grenzen. Wir haben deshalb nach einer digitalen Tracking-Lösung gesucht, die für mehr Transparenz und Sicherheit sorgt.“

Intelligente Vernetzung von Dingen und Prozessen

Gemeinsam mit dem Telematik-Dienstleister GPSauge entwickelte die ALBA Metall Süd Franken GmbH ein System, das passgenau die Anforderungen des Unternehmens erfüllt. Im August 2019 fiel der Startschuss für das Pilotprojekt. Zunächst wurden die Fahrzeuge mit einem Telematik-System ausgestattet. „Größter Mehrwert für uns: Über ein Webportal können wir jederzeit die Fahrspur nachvollziehen. Wir wissen, wo sich die Kollegen befinden und können ihnen Aufträge ins Fahrzeug senden“, erläutert Frank Ziegler. So weit, so gut, aber nun galt es auch die Container in das Tracking-System einzubinden. Die Lösung: Bluetooth-Low-Energy-Tags (BLE-Tags) – passive Sender, die sich über eine eindeutige Nummer automatisch identifizieren lassen. Sie verbrauchen nur wenig Energie, sind wetter- und stoßfest am Container verbaut und kommunizieren über den Bluetooth-Funkstandard mit dem Telematik-System.

„Die intelligente Vernetzung der Gegenstände und Prozessschritte – Stichwort Internet of Things – ist der Schlüssel zur gewünschten Transparenz“, erläutert Frank Ziegler. Sobald eine Verbindung mit der Onboard-Unit eines Fahrzeug aufgebaut wird, können Daten zum Objekt und zum Standort ausgelesen werden. „Wir erhalten quasi in Echtzeit ein vollständig transparentes Bild sämtlicher Containerbewegungen. Wichtig war uns außerdem, dass wir das System überall und bei jedem Kunden mobil nutzen können – ohne zusätzliche Hardware einsetzen zu müssen.“

Effizienzsteigerung im Logistikbereich um 25 Prozent

Mittlerweile ist die Testphase erfolgreich abgeschlossen – und Frank Ziegler zieht eine positive Zwischenbilanz: „Unsere bisherigen Erfahrungen sind mehr als vielversprechend, wir haben bereits deutliche Prozessverbesserungen erreicht.“ Durch die Reduzierung von Fehlfahrten und Wartezeiten, eine bessere Auslastung der Fahrzeuge und somit letztlich die Verkleinerung des Fuhrparks konnte das Unternehmen die Effizienz im Logistikbereich um 25 Prozent steigern. Gleichzeitig stiegen die Erträge aus Containermieten um 22 Prozent, die Reparatur und Wartung wurde optimiert, und bei den Neuanschaffungen sparte die ALBA Metall Süd Franken GmbH 15 Prozent ein.

Potenziale der Digitalisierung voll ausschöpfen

Überzeugende Argumente für einen kompletten Rollout der neuen Tracking-Lösung. Innerhalb eines Jahres will das Unternehmen nun sämtliche Container und Behälter mit BLE-Tags ausrüsten und in das Telematik-System integrieren. Mittelfristig ist außerdem eine Verknüpfung mit dem ERP-System des Unternehmens geplant, um Aufträge für die Fahrer künftig halbautomatisch zu erzeugen. „Die Schrottbranche zählt nicht unbedingt zu den Vorreitern in Sachen Digitalisierung“, so Frank Ziegler. „Umso wichtiger ist es jetzt, die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Unserer Erfahrung nach zahlt es sich dabei in jedem Fall aus, den eigenen Bedarf genau zu prüfen und in individuelle Lösungen zu investieren.“ (KTH)

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(Foto: ALBA Group)

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