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29. September 2021 | Interview mit Global Packaging Sustainability Managerin Eva Bredehorst

Beiersdorf: 30 Prozent Rezyklate in Verpackungen bis 2025

NIVEA, Eucerin, Labello und Hansaplast: Zum Portfolio des Hamburger Konsumgüterherstellers Beiersdorf zählen einige der bekanntesten Marken weltweit. Allein der Klassiker NIVEA wird in mehr als 200 Ländern rund um den Globus vertrieben. Dabei gehen die Erwartungen der Konsument*innen heute deutlich über die reine Produktleistung hinaus und erstrecken sich auch auf das gesellschaftliche Engagement sowie den Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. 2019 hat der Konzernvorstand eine neue Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet und mitten in der Corona-Pandemie zahlreiche ambitionierte Nachhaltigkeitsprojekte an den Start gebracht. Dazu gehört die Transformation zur Kreislaufwirtschaft, wie Global Packaging Sustainability Managerin Eva Bredehorst im Interview erläutert.

Ihre aktuelle Nachhaltigkeitsagenda trägt die Überschrift „Care Beyond Skin“. Welche Idee steht dahinter und welche Ziele verfolgen Sie damit?

Eva Bredehorst: Beiersdorf steht seit fast 140 Jahren für innovative Hautpflege und anerkannte Skin-Care-Expertise. Die Leitlinie CARE BEYOND SKIN beschreibt unser Selbstverständnis, auch über das Kerngeschäft hinaus Verantwortung für Gesellschaft, Umwelt und für unsere Mitarbeiter*innen zu übernehmen. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz und treiben die nachhaltige Transformation in allen Bereichen voran. Ganz oben auf der Agenda steht das Ziel, unsere direkten und indirekten Treibhausgasemissionen weltweit bis 2025 um 30 Prozent absolut im Vergleich zum Jahr 2018 zu senken. Auf dieses Ziel arbeitet das gesamte Unternehmen hin. Und daran messen wir uns, bei allem was wir tun.

Im Bereich Umwelt haben Sie unter anderem das Fokusfeld „Fully Circular Resources“ definiert. Vielfach wird auch heute noch der Stellenwert einer zirkulären Wirtschaftsweise unterschätzt. Welche Rolle spielen Ressourceneffizienz und Kreislaufführung heute in Ihrem Unternehmen?

Eva Bredehorst: Beides sind elementare Eckpfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie und zahlen unmittelbar auf die Erreichung der Klimaziele ein. Sowohl bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen als auch bei der Produktion von Abfällen wurden in den vergangenen Jahren die Grenzen unseres Planeten deutlich überschritten. Die Kreislaufwirtschaft verändert grundlegend die Art und Weise, wie wir Produkte designen, herstellen und verwenden. Deshalb ist es so wichtig, jetzt in Kreisläufen zu denken und die Wiederverwertung von Stoffen sicherzustellen.

Hautpflegeprodukte zählen zu den Fast Moving Consumer Goods, für die Jahr für Jahr erhebliche Mengen an Produkt- und Transportverpackungen anfallen. So notwendig sie sind, um den sensiblen Inhalt zu schützen, so nachteilig wirken sich insbesondere Kunststoffverpackungen auf die Umwelt aus. Was tun Sie, um Ihrer Produzentenverantwortung nachzukommen?

Eva Bredehorst: Wir arbeiten intensiv an Lösungen zur Vermeidung, Reduzierung, Wiederverwendung und zum Recycling unserer Verpackungen. Auch hier haben wir uns hohe Ziele gesetzt: Bis 2025 sollen 100 Prozent unserer Verpackungen wiederbefüllbar, wiederverwendbar oder recyclingfähig sein. Gleichzeitig sollen Kunststoffverpackungen zu mindestens 30 Prozent aus Recyclingrohstoffen bestehen. Wenn man bedenkt, dass im vergangenen Jahr über unsere verschiedenen Marken und Produkte hinweg weltweit knapp 69.000 Tonnen Kunststoffe für Verpackungen zum Einsatz kamen, wird die Dimension der Aufgabe deutlich. Wir kommen aus einer Welt der fossilen Rohstoffe, diese Schritt für Schritt zu ersetzen, erfordert gänzlich neue Denkweisen und Programme.

Könnten Sie das genauer erläutern?

Eva Bredehorst: Lange Zeit herrschte ja eine klare Arbeitsteilung. Die Industrie brachte Güter auf den Markt, die Verbraucher konsumierten diese und dann war es die Aufgabe der Recyclingunternehmen, sich um die entstandenen Abfälle zu kümmern. Dieses Mindset hat sich komplett verändert. Wir alle haben verstanden: Kreislaufwirtschaft geht nur gemeinsam. Beiersdorf versteht sich als Teil einer Community, die gemeinsam an Lösungen arbeitet. Nur so können wir die Produkte und Verpackungen, die wir in Umlauf bringen, auch so gestalten, dass sie recycelbar sind und in den Kreislauf geführt werden können. Entscheidend dabei sind langfristige Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Handelspartnern, aber auch mit Recyclingunternehmen, NGOs und Forschungseinrichtungen. Ein Beispiel ist unser Engagement im Cross-Industrie-Projekt Holy Grail 2.0. Mehr als 85 Unternehmen haben sich zusammengeschlossen, um mithilfe einer neuen Technologie von digitalen Wasserzeichen auf den Produktverpackungen eine bessere Erkennbarkeit, Sortierung und damit Sortenreinheit von Kunststoffen zu erreichen. In Zusammenarbeit mit Werner & Mertz und dem Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik haben wir außerdem einen ersten frei verfügbaren Kosmetikstandard für die Verwendung von Recyclingkunststoffen in Kosmetikverpackungen entwickelt. Er kann auf unserer Website heruntergeladen werden. Gleichzeitig sind wir im Rezyklat-Forum und im CosPaTox-Konsortium aktiv. CosPaTox steht für Cosmetics, Packaging and Toxicology. Ziel ist es, bis 2023 europaweit einheitliche Regeln für Post Consumer-Rezyklate (PCR) zu definieren, die zu Kosmetik- und Haushaltsverpackungen verarbeitet werden.

Die Verpackungen fallen ja in der Regel bei den Konsument*innen im Haushalt an. Registrieren Sie ein verändertes Bewusstsein der Verbraucher*innen in Richtung nachhaltiger Konsum?

Eva Bredehorst: Auf jeden Fall. Umfragen zeigen, dass sich die Konsument*innen weltweit große Sorgen um unseren Planeten machen, besonders das sichtbare Problem der Plastikfluten treibt sie um. Immer mehr Verbraucher*innen achten mittlerweile auf einen nachhaltigen Konsum und sind dankbar für entsprechende Angebote. Das sehen wir am Erfolg unserer neuen Verpackungslösungen. Anfang 2021 haben wir die ersten NIVEA Duschprodukte in Flaschen aus 100 Prozent Recycling-HDPE auf dem Markt gebracht, gewonnen aus Altplastik aus dem gelben Sack. Zug um Zug werden weitere Produktkategorien folgen. Bei unseren NIVEA Natural Balance Gesichtspflegeprodukten kommen seit kurzem Tiegel aus erneuerbarem, zertifizierten Kunststoff zum Einsatz, einem Harzöl, das als Nebenprodukt bei der Zellstoff-Herstellung aus Holz anfällt. Auf positive Resonanz stoßen auch unsere Refill-Stationen, die wir derzeit in einigen Drogeriemärkten und unseren NIVEA Häusern in Hamburg und Berlin im Pilotversuch testen. 

Wie wichtig ist es für Sie, die Konsument*innen für nachhaltigere Verpackungen zu sensibilisieren?

Eva Bredehorst: Das Thema beschäftigt uns mehr und mehr. Es liegt auch in unserer Verantwortung, die Verbraucher*innen aufzuklären. Am einfachsten funktioniert das vor Ort am Point of Sale. So haben wir in Kooperation mit dem Rezyklat-Forum Informationsstände in Drogeriemärkten aufgebaut, wo wir über die richtige Abfalltrennung informieren. Flankiert wurde die Kampagne über Social-Media-Kanäle und unsere Homepage. Als Inverkehrbringer müssen wir es den Menschen zugleich so einfach wie möglich machen, ihre Verpackungen so zu trennen, dass sie wieder in den richtigen Stoffstrom gelangen. Das stellt hohe Anforderungen an das Verpackungsdesign. Wenn wir etwa dünnere Verpackungen konzipieren oder den Einsatz von Farben reduzieren, müssen wir bestenfalls auch auf dem Produkt direkt kommunizieren, welchen ökologischen Benefit das bringt.

Welche politischen Rahmenbedingungen wünschen Sie sich, um Ihre Ziele zu erreichen?

Eva Bredehorst: Die Politik muss den Rahmen setzen, um Planungssicherheit in der Wertschöpfungskette zu schaffen. In Deutschland gibt es bereits eine Vielzahl konkreter Vorgaben. Doch wenn wir den Blick nach Europa oder auf andere Kontinente richten, dann haben wir es mit einem Flickenteppich an völlig unterschiedlichen Regularien zu tun, die sich zudem permanent ändern. Das behindert uns als global agierender Konsumgüterhersteller mitunter bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsagenda. Wenn wir einen Wunsch für Deutschland frei hätten: Bislang gibt es zwar Vorgaben für Recyclingquoten, aber nicht für Recyclingqualitäten. Initiativen beruhen derzeit allein auf freiwilliger Basis. Hier klare Regularien zu definieren, würde sicher helfen, die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.

Wenn Sie an das Jahr 2030 denken, welche Vision haben Sie persönlich für die Zukunft?

Eva Bredehorst: Ich möchte einen konkreten Beitrag dazu leisten, eine bessere Welt für unsere Kinder zu hinterlassen. In zehn Jahren möchte ich meinem Sohn erzählen können, dass es zwar mal eine Zeit gab, in der viel zu viel weggeworfen wurde. Aber dass ich daran mitgewirkt habe, dass wir dem ein Ende bereitet und es geschafft haben, Stoffkreisläufe zu schließen. Und ich wünsche mir, dass mein Sohn stolz auf mich ist. Das motiviert mich jeden Tag.

Liebe Frau Bredehorst, vielen Dank für das Gespräch. (Silvia Brauner)

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(Foto: Beiersdorf)

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