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15. April 2021 | Im Interview: Stefan Voigt, Vorstand bvse-Fachverband Textilien

„Wir fordern: Recyclingfähige Textilien statt Fast Fashion!“

Schnelllebiger Konsum, immer mehr billig produzierte Kleidung – laut bvse-Alttextilstudie 2020 sind die Voraussetzungen für ein hochwertiges Textilrecycling alles andere als günstig. Um die wertvollen textilen Rohstoffe künftig besser wiederverwenden und verwerten zu können, braucht es eine nachhaltige Trendwende. Im Interview mit recyclingnews erläutert Stefan Voigt, seit Ende 2020 Vorstandsvorsitzender des bvse-Fachverbands Textilien, die Notwendigkeit einer erweiterten Herstellerverantwortung und fordert konsequentes „Design for Recycling“.

Herr Voigt, Sie haben den Vorsitz des bvse-Fachverbands Textilrecycling in einer schwierigen Zeit übernommen. Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen?

Stefan Voigt: Die Corona-Pandemie hat zweifellos enorme Auswirkungen auf die Tätigkeit unserer Branche und sicherlich existenzbedrohende Ausmaße. Eine genauso große Herausforderung sehen wir aber in der Konfrontation mit immer größeren Mengen bei zunehmend schlechten Qualitäten. Das Textilrecycling wurde bislang fast ausnahmslos von innovativen Unternehmen ohne Hilfe der Hersteller*innen oder des Staates zum Erfolg geführt. Hier sind nun Grenzen erreicht, die ohne gemeinsames Wirken ein zukunftsfähiges Textilrecycling in Frage stellen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Arbeit – und welche Maßnahmen haben Sie bereits angestoßen?

Stefan Voigt: Da der Anteil der nicht mehr tragfähigen Textilien auf über 50 Prozent gestiegen ist, muss eine zukunftssichere Lösung für das hochwertige Recycling dieser Fraktionen gefunden werden. Hier setzen wir unsere Schwerpunkte in der Vorstandsarbeit. Zusammen mit einem motivierten Team wollen wir die Kooperation mit den Hersteller*innen-Verbänden und Forschungseinrichtungen intensivieren, um schnellstmöglich ein geeignetes Konzept auszuarbeiten. Wir haben bereits gute und erfolgversprechende Gespräche geführt. Leider erschwert die Corona-Situation derzeit persönliche Treffen.

In der Diskussion ist unter anderem eine erweiterte Produktverantwortung für Textilien. Was können bzw. müssen die Hersteller*innen Ihrer Ansicht nach tun, um das Recycling von Alttextilien zukunftsfähig zu gestalten?

Stefan Voigt: Meiner Ansicht nach ist ein in allen Facetten hochwertiges Textilrecycling zukünftig ohne erweiterte Hersteller*innen-Verantwortung unmöglich. Da die Hersteller*innen im Rahmen der „Fast Fashion“-Entwicklung immer größere Mengen an Textilien auf den Markt bringen, die selbst nach nur kurzer Tragedauer nicht mehr für die Wiederverwendung geeignet sind, müssen sie auch Verantwortung für die Übergabe in einen hochwertigen Recycling-Kreislauf übernehmen. Unsere Vorstellung ist es, dass der Einsatz von Recyclingfasern in der Produktion von Neuware fest vereinbart wird.

Die Verbandsarbeit spielt hier eine immens wichtige Rolle, da ein Großteil der abgegeben Altkleider über die Verbandsmitglieder erfasst wird. Ohne die Arbeit dieser Unternehmen ist das von der Gesetzgebung gewünschte Ziel der Ressourcenschonung und Abfallvermeidung nicht erreichbar.

Inwieweit können neue technische Möglichkeiten des Faserrecyclings den Kreislauf „in Schwung bringen“?

Stefan Voigt: Eine unserer Forderungen bei der Herstellung von Textilien ist das „Design for Recycling“. Textilien müssen also bereits bei der Produktion so gestaltet werden, dass sie später gut in ihre Bestandteile zerlegt werden können. Hier hat ja in den letzten Jahrzehnten eine Entwicklung stattgefunden, die ein manuelles Recyclingverfahren fast unmöglich macht. Das Faserrecycling muss also technisch bzw. chemisch unterstützt werden. Dazu führen wir aktuell sehr intensiv Gespräche mit Vertretern der Industrie und Forschungseinrichtungen.

Wie können weitere Player wie Politik und Kommunen das Textilrecycling nachhaltig unterstützen?

Stefan Voigt: Die Kommunen sind ja bereits im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe passiver Teil der Alttextilverwertung. Hier erwarten wir zukünftig eine aktivere Unterstützung. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie die Kommunen ihren Beitrag zur Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie gestalten wollen, die ab 2025 eine verpflichtende Getrenntsammlung von Alttextilien vorsieht. Die Politik kann und muss hier unserer Meinung nach einen sehr wichtigen Beitrag leisten.

Stichwort „Fast Fashion“: Laut der bvse-Alttextilstudie ist der Gebrauch von Schuhen, Bekleidung- und Haustextilien in letzter Zeit einem zunehmend rapiden Verbrauch gewichen. Was muss sich im Bewusstsein der Verbraucher*innen ändern, um das Recycling von Textilien zu stärken?

Stefan Voigt: Wie in anderen Bereichen auch, wäre ein Umdenken beim Konsum von Textilien wirklich notwendig. Da nachhaltig und hochwertig produzierte Kleidungsstücke sicherlich nicht im „Schnäppchen-Modus“ zu erwerben sind, sollten alle Bürger*innen ihr Einkaufverhalten eher nach Langzeitverhalten und nachhaltiger Produktion ausrichten und nicht jeden kurzfristigen Modetrend verfolgen.

Wie gehen Sie selbst mit dem Thema Mode und dem Einkauf von Textilien um?

Stefan Voigt: Ich selber kaufe fast ausschließlich im Fachgeschäft und gebe lieber ein paar Euro mehr pro Stück aus, wenn ich sehe, dass die Qualität auch besser ist. Meine Kleidungsstücke werden in der Regel lange Jahre getragen, bevor ich sie in die Sammlung gebe. Aufgrund der guten Qualität sind sie dann noch fit für ein zweites Leben an anderer Stelle. Ich verzichte auch auf extravagante Modemerkmale, damit die Kleidung nicht an Aktualität einbüßt. Ich habe daher auch nicht das Gefühl, nicht modisch genug gekleidet zu sein. (Karin Thissen)

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(Foto: Fotoschlick – stock.adobe.com)

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