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24. November 2021 | Neue Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt

Berliner Senat treibt die Ressourcenwende im Bausektor voran

Am 1. Dezember 2021 tritt in Berlin eine Verwaltungsvorschrift in Kraft, die zu einer grundlegenden Transformation des Bausektors in der Hauptstadt führen könnte. Sie schreibt die Wiederverwendung und das Recycling von Baustoffen beim Rückbau öffentlicher Gebäude verbindlich vor. Bei öffentlichen Hochbauvorhaben müssen außerdem künftig ausschließlich nachwachsende Baustoffe und gütegesicherte Recyclingbaustoffe eingesetzt werden. Damit nimmt das Land Berlin bundesweit eine Vorbildfunktion ein. recyclingnews hat bei Thomas Schwilling nachgefragt, wie die Ressourcenwende im Berliner Bausektor gelingen soll. Der Referent für umweltverträgliche Beschaffung in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz war maßgeblich an der Erstellung der Verwaltungsvorschrift beteiligt.

Sie gehen in Berlin voran und wollen eine Ressourcenwende im Hoch- und Tiefbau einleiten. Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung?

Thomas Schwilling: Mit dem Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG) von 2020 hat das Land Berlin die entscheidende Rechtsgrundlage geschaffen. Danach  sind öffentliche Beschaffungsstellen verpflichtet, bei der Beschaffung von Produkten, Bau- und Dienstleistungen ökologische Kriterien unter Berücksichtigung von Lebenszykluskosten anzuwenden. Auf Grundlage der Ermächtigung in § 7 Abs. 2 BerlAVG wurde die Neufassung der Verwaltungsvorschrift für die Anwendung von Umweltschutzanforderungen bei der Beschaffung von Liefer-, Bau- und Dienstleistungen am 19. Oktober 2021 vom Senat beschlossen. Die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) wird nun am 1. Dezember 2021 in Kraft treten.

Mit der Neufassung der VwVBU werden für öffentliche Bauvorhaben weitere ambitionierte Umweltschutzanforderungen für ressourcenschonendes Bauen verbindlich vorgegeben. Dazu zählen etwa der selektive Rückbau von öffentlichen Gebäuden zur Wiederverwendung und zum Recycling von Baumaterialien sowie der Einsatz von ressourcenschonenden Recyclingbaustoffen beim Neubau von Rad- und Radschnellwegen und im Straßenbau sowie umfassende Maßnahmen zum nachhaltigen Bauen im Hochbau.

Wie hoch sind die möglichen Einsparpotenziale beim Ressourcen- und Klimaschutz, die mit einer solcher Ressourcenwende verbunden sind?

Thomas Schwilling: Durch die Wiederwendung sowie Verwertung von gütegesicherten Recyclingbaustoffen sollen Stoffkreisläufe geschlossen. Derzeit spart das Land Berlin bereits durch den Einsatz von gütegesicherten Recyclingrohstoffen im Tief- und Hochbau rund 2,2 Millionen Tonnen mineralische Primärrohstoffe pro Jahr ein, beispielsweise Kies und Sand. Diese Menge soll in den nächsten Jahren annähernd verdoppelt werden. Untersuchungen unseres Hauses zeigen auf, dass durch den Einsatz von ressourcenschonenden und klimaschonenden Baustoffen bei Hochbaumaßnahmen die Emissionen schädlicher Klimagase um mehr als 60 Prozent gesenkt werden können.

Wie sind Sie vorgegangen, um zu ermitteln, ob sich Recyclingbaustoffe für den erneuten Einsatz wirklich eignen? Und was sehen die neuen Leistungsblätter vor?

Thomas Schwilling: Im Rahmen einer Studie haben wir eine ressourcenschonende Bauweise mit einer Asphaltfundationsschicht für Radwege und Radschnellwege entwickelt. Die Studie weist ausdrücklich darauf hin, dass mit dieser zulässigen neuen Bauweise durch den Einsatz von Asphaltgranulat und gütegesicherten Recyclingrohstoffen gegenüber der Standardbauweise hohe Ressourceneinsparungen erzielt werden können.

Darüber hinaus will das Land Berlin vorhandene Bauwerke und Infrastrukturen als Rohstofflager konsequent nutzen. Die verbauten Materialien lassen sich in der Regel wiederverwenden und hochwertig aufbereitet bei anstehenden Bautätigkeiten erneut nutzen (Urban Mining). Das im neuen Leistungsblatt geforderte Konzept für den Rückbau von öffentlichen Gebäuden besteht aus zwei Teilen: Das erste Teilkonzept betrifft die Schadstoffsanierung, in dem u. a. die Bauteile, Baustoffe und Einrichtungsgegenstände zu benennen sind, die aufgrund einer Schadstoffbelastung von einer Wiederverwendung oder einem Recycling ausgeschlossen sind. Zum anderen ist im zweiten Teilkonzept zum Rückbau und der Entsorgung der Abfälle für Bauteile und Einrichtungsgegenstände deren getrennte Erfassung und vorrangige Zuführung zur Wiederverwendung vorzusehen. Ist eine Wiederverwendung nicht möglich, sind die Bauabfallfraktionen vorrangig der stofflichen Verwertung (Recycling) zuzuführen. Der zweite Teil des Leistungsblattes benennt verbindliche Umweltschutzanforderungen zur Beräumung, Entkernung und zum Rückbau des Gebäudes. Neben der verpflichtenden Umsetzung aller Anforderungen des zuvor erstellten Rückbaukonzeptes betreffen diese insbesondere konkrete Vorgaben zum Umgang mit einzelnen Abfallfraktionen sowie der nach der Gewerbeabfallverordnung vorgeschriebenen Dokumentation.

Zudem wird mit den beiden neuen Leistungsblättern zum Straßenbau vorgegeben, dass sowohl bei Erdbaumaßnahmen als auch bei Straßenbaumaßnahmen des Landes Berlin grundsätzlich Recyclingbaustoffe einzusetzen sind, sofern dies nach dem Straßenbauregelwerk Berlin zulässig ist. Jedoch ist deren Verwendung bei Baumaßnahmen in Wasserschutzgebieten nur unter definierten Randbedingungen zugelassen. Vor dem Hintergrund der neuen Mantelverordnung wird dieses Leistungsblatt in nächster Zeit angepasst werden müssen.

In einem weiteren Leistungsblatt haben Sie auf der Basis des Bewertungssystems „Nachhaltiges Bauen in Berlin“ ambitionierte Umweltschutzanforderungen für den Hochbau festgeschrieben. Was hat es damit auf sich?

Thomas Schwilling: Auch hier gehen wir voran. Berlin ist nach dem Bund der zahlenmäßig größte Auftraggeber von nachhaltigen Hochbauvorhaben. Hier müssen nun grundsätzlich nachwachsende Baustoffe wie Holz und gütegesicherte Recyclingbaustoffe wie Recyclingbeton eingesetzt werden. Für Neubauten ist zudem ein Recyclingkonzept zu entwickeln, das beschreibt, wie bei einem künftigen Rückbau des Gebäudes zu verfahren ist. Es ist festzuhalten, ob und wie eine sortenreine Trennung beim Rückbau möglich ist. Für alle Bauelemente ist nach heutigem Stand der Technik ein Vorschlag zur Verwertung zu machen.

Für die weitere Fortschreibung der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt sollen zusätzliche Leistungsblätter zum ressourcenschonenden Bauen erstellt werden. So planen wir derzeit ein Leistungsblatt zum Neubau und zur Sanierung von Sportfreianlagen sowie ein Leistungsblatt zum Einsatz von Dämmstoffen. So sollen ab 2024 bei öffentlichen Gebäuden nur noch wiederverwendbare und recycelgerechte Dämmstoffe mit entsprechenden Rezyklatanteilen eingesetzt werden. Die Rückführung von Altmaterial in die Produktion von Dämmstoffen soll gemeinsam mit der Entsorgungswirtschaft erfolgen.

Was sind die größten Hindernisse auf dem Weg zu einer nachhaltigen, ressourcen- und klimaschonenden Bauweise?

Thomas Schwilling: Die Bauwirtschaft steht auch in Berlin vor einem gravierenden Wandel: Schwindende Rohstoffe, knapper werdende Deponieräume sowie ambitionierte Klimaschutzziele machen es unerlässlich, den hohen Ressourceneinsatz im Bauwesen zu überdenken. Rund 60 Prozent der in Deutschland und auch in Berlin verwendeten Ressourcen werden in der Bauwirtschaft verarbeitet. Dem stehen Millionen Tonnen von abgelagertem Bauschutt und Baustellenabfällen gegenüber. Wertvolle Ressourcen gehen so Jahr für Jahr verloren.

Die Prozesse der Bauwirtschaft laufen bisher noch nach der Reihenfolge ab: nehmen – herstellen – verbrauchen – entsorgen. Eine solche Vorgehensweise beruht auf der fälschlichen Annahme, dass Ressourcen dauerhaft verfügbar, leicht zu gewinnen und kostengünstig zu entsorgen sind. Um in Zukunft ökologisch und ökonomisch sinnvoll bauen zu können, muss die Bauwirtschaft daher ihre Prozesse auf eine zirkuläre Wertschöpfung umstellen – und zwar von der Planung über die Erstellung und den Betrieb bis zum Rückbau und einer lebenszyklusbegleitenden Dokumentation.

Verfügen die Beschaffungsstellen über das nötige Know-how, um entsprechende Ausschreibungen zu erstellen und durchzuführen?

Thomas Schwilling: Durch die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt wird den Berliner Vergabestellen eine praxistaugliche Hilfestellung in Form von spezifischen Leistungsblättern mit verbindlichen Umweltschutzanforderungen zum nachhaltigen Bauen an die Hand gegeben. Diese Umweltschutzanforderungen sind bei den Leistungsbeschreibungen einfach einzufügen. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Schulungen bei den verschiedenen bauenden Ämtern in Berlin durch. Auch veröffentlichen wir regelmäßig Informationen zum zirkulären Bauen in unserem Newsletter „Grüne Beschaffung“.

Die Ressourcenwende bei öffentlichen Bauvorhaben ist ja nur der erste Schritt. Wie wollen Sie erreichen, dass auch im privaten Bausektor die Ressourcenwende gelingt.

Thomas Schwilling: Durch die vom Land Berlin initiierten und geplanten Maßnahmen setzten wir auch wichtige Impulse für private Bauprojekte. Diese Impulse sind mittlerweile auch dort angekommen. So setzen private Bauherr*innen zunehmend nachwachsende Baustoffe wie Holz oder auch gütegesicherte Recyclingbaustoffe wie Recyclingbeton bei Baumaßnahmen in Berlin ein. Wir gehen davon aus, dass dies in den kommenden Jahren zunehmen wird. Zudem entwickeln wir derzeit einen Maßnahmenkatalog zum zirkulären Bauen, welches wir im nächsten Jahr mit allen relevanten Akteuren der Bauwirtschaft diskutieren wollen.

Im Jahr 2022 starten wir ein Forschungsvorhaben mit dem Wohnungsbauunternehmen Stadt und Land. Dabei soll das bisherige Typenhaus für den Wohnungsbau zu einem Typenhaus Nachhaltigkeit weiterentwickelt werden. Durch das Projekt soll ein neuer Standard für den Wohnungsbau in Berlin gesetzt werden. Auch unser Forschungsvorhaben zur Reduzierung von schädlichen Klimagasen beim Einsatz von Recyclingbeton hat bei privaten Bauherr*innen hohes Interesse geweckt – in einem großen Bauvorhaben wird dieser Beton nun erstmalig eingesetzt. Zudem plant das Land Berlin im kommenden Jahr die Änderung der Berliner Bauordnung mit dem Ziel, auch bei privaten Rückbauvorhaben zu erkunden, wie Maßnahmen der Wiederverwendung und des Recyclings in Form eines Rückbaukonzepten vorzubereiten sind.

Zur Umsetzung der Wiederverwendung in Berlin haben wir die breit angelegte Re-Use-Initiative im Jahr 2018 gestartet. Derzeit betreiben wir mit unseren Re-Use-Partnern bundesweit erstmalig einen großen Pop-Up-Store für Gebrauchtwaren am Hermannplatz. Dieser Pop-Up-Store in einem etablierten Kaufhaus setzt das wichtige Signal, dass Gebrauchtwaren mitten in der Stadtgesellschaft angekommen sind. Zusätzlich planen wir den Aufbau eines Baumarkts für gebrauchte Baumaterialien auch für private Bauherrn. Hier sind weitere Ideen der Bauwirtschaft gefragt.

Lieber Herr Schwilling, vielen Dank für das Gespräch. (Silvia Brauner)

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